Ein etwas anderer Rundflug

Diesmal hatte ich etwas ganz besonderes vor: Einen Rundflug. Es war mein erster Flug überhaupt, weswegen ich ziemlich aufgeregt war. Dennoch war ich erstaunlich ruhig, als ich am Montag, den 02.10.2017, um 16.00 Uhr am Flugplatz in Worms ankam. Dort wartete schon ein Pilot, der Kleinflugzeuge fliegt, auf mich. Wir gingen gemeinsam in die Flughalle. Dort standen viele verschiedene Kleinflugzeuge. Der Pilot führte mich zu dem Flugzeug, mit dem wir fliegen wollten. Ich durfte alles anfassen und erkunden. Die Flügel sind ganz schön lang! Im Inneren des Flugzeugs durfte ich als Kopilotin mitfliegen. In diesem Zusammenhang durfte ich auch das Steuerrad anschauen. Da das Steuerrad des Piloten mit meinem Steuerrad verbunden war, konnte ich immer genau spüren, was der Pilot gerade machte. Bewegte er den Hebel vor und zurück, stiegen oder sanken wir. Bewegte er den Hebel nach rechts und links, bewegte sich auch das Flugzeug in diese Richtung. Es war eine sehr spannende Erfahrung, mal genau spüren zu können, wie das Flugzeug schon auf kleinste Bewegungen des Piloten reagiert. Und dann ging es los. Jetzt wurde ich doch etwas nervös. Langsam rollten wir auf die 800 Meter lange Startbahn. Gut ein Drittel der Startbahn braucht es bis zum Abheben des Flugzeugs. Dieses hat dann etwa eine Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern. Das fand ich interessant, denn 120 Stundenkilometer fährt man auch mit dem Auto auf der Autobahn (insofern kein Stau ist). Zur Eingewöhnung flogen wir eine Runde um den Flugplatz. Danach mussten wir den Flug leider abbrechen, da man aufgrund von Nebel nicht mehr genug sehen konnte, um fliegen zu können. Schade, aber es gab eine neue Chance. Und ganz davon abgesehen übten wir dadurch auch gleich die Landung. Ein bisschen hart war die Ankunft auf dem Boden durchaus, aber sie war laut Aussage des Piloten wohl deutlich sanfter als bei großen Flugzeugen. Dort gibt es nämlich, so erklärte man mir, eine bestimmte Stelle an der Landebahn, an der sie den Boden erreichen müssen, da sie so viel Strecke brauchen, um zum Stehen zu kommen. Ich überegte, wie sich eine Landung im großen Flugzeug wohl anfühlt. Früher oder später werde ich es selbst erfahren. Bevor es aber soweit kam, gab es erstmal den zweiten Flugversuch.
So trafen wir uns am nächsten Tag wieder am Flugplatz in Worms. Da ohnehin Feiertag war, gestaltete sich das als äußerst unproblematisch. Das Wetter spielte diesmal deutlich besser mit als gestern. Die Sonne schien und es war angenehm warm. So stiegen wir diesmal relativ zügig ins Flugzeug und flogen los. Wir flogen nach Rothenburg an der Tauber, um dort Pizza zu essen, und was ziemlich verrückt klingt, schafften wir mit dem Flugzeug in wenger als einer Stunde. Dabei flogen wir über Neckar und Rhein und in rasanten Kurven durchs Neckartal. Während die Kurven bei großen Flugzeugen recht sanft geflogen werden, spürt man die Kurven im Kleinflugzeug sehr deutlich. Allgemein kann man mit einem Kleinflugzeug deutlich mehr experimentieren. Mit unserem einmotorigen Flugzeug mit vier Sitzplätzen konnten wir zum Beispiel das Gefühl einer Achterbahnfahrt nachstellen, indem wir steil nach unten sanken und dann wieder steil nach oben stiegen. Es war fasziniert, wie man mit der Luft spielen konnte und wie viel man sich in der Luft hoch und runter und hin und her bewegen konnte. Auch war es faszinierend, das Wetter zu beobachten. Während in Worms die Sonne schien, gab es im Verlauf des Flugs immer mehr Wolken und in Rothenburg regnete es. Die Pizzeria war direkt am Flugplatz. So landeten wir fast direkt vor dar Tür. Da wir natürlich nicht auf der Landebahn stehen bleiben konnten, rollten wir auf einen speziellen Parkplatz für Flugzeuge. Weil jede Start- und Landebahn etwas anders aussieht, hatte der Pilot eine Art Lexikon, in dem alle Start- und Landebahnen mit Bildern und Beschreibungen aufgelistet haben. Schon lustig, wenn man zum Essen einfach mal schnell mach Rotbenburg fliegt. Auf dem Rückweg fiel mir dann noch etwas anderes ganz bewuist auf: Der Funk. Als Passagier eines großen Flugzeugs kriegt man davon in der Regel nichts mit, doch über das Headset, welches jeder von uns aufgrund der Lautstärke des Motors etc. trug, bekam ich alles mit. Auf unserem Flug mussten wir mehrmals die Frequenz wechseln. Zuerst standen wir in Kommunikation mit dem Funknetz am Flugplatz in Rothenburg. Bevor wir starteten, mussten wir darüber informieren. Die Person am anderen Ende des Funks, die über Bildschirme den ganzen Flugplatz im Blick hatte, sagte uns dann, ob wir starten konnten oder ob noch ein anderes Flugzeug auf der Bahn war. Nach dem Start mussten wir dann bescheid geben, dass wir die Bahn verlassen hatten, und schalteten im Anschluss auf ein zentrales Funknetz um. Hier wurde der Luftraum eines großen Gebiets beobachtet. So wurde man immer darauf hingewiesen, wenn andere Flugzeuge oder Fallschirmspringer in der Nähe waren. Dabei interessierten uns große Flugzeuge nicht, da diese deuslich höher flofen als wir. Interessant war, dass wir nicht nur an uns gerichtete Informationen, sondern auch die Informationen, die aanderen Flugzaugen galten, mithören konnten. Tatsächlich begegneten uns auf dem Weg ein weiteres Kleinflugzeug und ein paar Fallschirmspringer. Je nach dem, wie weit man fliegt, muss man zwischendurch nochmal die Frequenz umschalten, denn auch die zentraleren Funkstellen beobachten nur einen bestimmten Umkreis. Kurz vor der Landung mussten wir dann wieder auf den regionalen Flugplatzfunk umschalten. Da galt dann wieder die gleiche Prozedur: Erst fragen, ob die Bahn frei ist, dann landen und wieder bescheid geben, wenn wir die Bahn verlassen hatten. Damit auch jedes Flugzeug klar identifiziert werden kann und alle Beteiligten wissen, um wen und was es sich handelt, hat jedes Fluggerät einen Namen. So hieß unser Flugzeug zum Beispiel „Romeo Kilo“. Nachdem wir gelandet waren, rollten wir direkt zur Flugzeug-Tankstelle. Wie auch beim Auto kann man den Motor öffnen und neuen Treibstoff einfüllen. Ich war erstaunt, wie leicht und schnell sich das alles gestaltete. Bevor es für mich wieder nach Hause ging, konnte ich mich noch mit einem Piloten, der große Passagierflugzeuge fliegt, unterhalten. Das war sehr spannend! Viermal im Monat macht er einen Langstreckenflug. Dabei fliegt er beispielsweise mach Tokio (etwa elf Stunden Flugzeit) oder nach Buenos Aires (etwa 13 Stunden Flugzeit). Ich durfte auch ein zweimotoriges Flugzeug anschauen. Das war gleich deutlich größer als die kleine „Romeo Kilo“. Ich freue mich schon darauf, wenn ich mal ein großes Flugzeug anschauen kann. Es war ein aufregendes und sehr spannendes Erlebnis – tja, eine blinde Kopilotin gibt es schließlich auch nicht alle Tage!

vor dem Flugzeug

Anschauen des Flugzeugs

Betrachten des Propellers

im Cockpit

Bahnradfahren in Mannheim

Am Donnerstag, den 21.09.2017, konnte ich eine weitere Form des Radsports ausprobieren.
Um 16.00 Uhr fuhren mein Tandempartner und ich mit dem Renntandem eines Freundes meines Tandempartners nach Mannheim, denn dort gibt es Radrennbahn. Das Renntandem war zunächst etwas ungewohnt für mich. Der Lenker sah anders aus als bei normalen Tandems und befand sich relativ weit vorne, sodass man fast auf dem Tandem lag. Der Sattel war extrem hart, viel härter als ein normaler Tandemsattel. Was zudem beim Fahren nervig war, war die Tatsache, dass die Reifen auf jede winzige Erhebung reagierten. Das hatte zur Folge, dass man Bordsteine oder Unebenheiten auf dem Boden viel extremer wahrnahm als mit anderen Tandems. Auch war man schnell bei Geschwindigkeiten von 30 Stundenkilometern, obwohl man sich eigentlich gar nicht besonders anstrengte. Bei einem Straßentandem ist man da vielleicht bei 18 bis 20 Stundenkilometern. Als wir an der Radrennbahn ankamen, war dort gerade offenes Training, zu dem alle Mitglieder des Vereins kommen konnten. Die Rennbahn gehörte nämlich zu dem Radsportverein RRC Endspurt Mannheim, mit dem meine Schule eine Kooperation starten wollte. Da mein Tandempartner und sein ebenfalls blinder Freund (derjenige, von dem wir das Renntandem ausgeliehen hatten) Mitglied in diesem Verein waren, durfte er auch mit mir auf die Bahn. Die Leute dort nahmen mich sehr offen auf und ich glaube sogar, dass sie sich gefreut haben, dass ich auch mal auf der Bahn fahren wollte. Es gab eine kürzere Innen- und eine längere Außenbahn. Auf der Außenbahn gab es sogar Steilkurven mit einer Steile von bis zu 37 Grad! Am Anfang dachte ich: Wie will man da fahren? Doch letzendlich war es herzlichst unspektakulär, man spürte von der Kurve beim Fahren nämlich so gut wie gar nichts. Auf der Bahn erreichten wir Geschwindigkeiten von über 40 Stundenkilometern. Es war richtig anstrengend, weil man einfach komplett anders auf dem Rad saß, aber sehr spannend. Zwischendurch fuhren wir mit einer Gruppe von anderen Rennfahrern auf Einzelrädern zusammen. Wir sind einfach in die Gruppe dazugestoßen und man hat uns akzeptiert. Das war eine wirklich interessante Erfahrung! Am Ende waren wir noch in der Vereinswerkstatt. Dort gab es alles, was mit Fahrrädern zu tun hatte. Als wir uns wieder aufs Rad schwingen und uns auf den Rückweg machen wollten, fiel uns im letzten Moment noch ein, dass die Kamera vom Filmen unserer Fahrt auf der Radrennbahn noch an der 37 Grad-Steilkurve lag. Wir hatten sie völlig vergessen. Also hatte sie erstens viel zu viel aufgenommen und war sogar ein bisschen warm. Aber wir waren froh, dass wir noch rechtzeitig gemerkt hatten, dass sie noch da lag und sie mitnahmen.
Gegen 20.30 Uhr war ich wieder im Internat. Es war ein spannendes Erlebnis. So ist Rennradfahren ziemlich anstrengend, andererseits aber auch mit einem ganz besonderen Gefühl verbunden – wenn sich eine Gelegenheit ergeben sollte, so bin ich selbstverständlich wieder dabei!
Übrigens: Es gibt auch ein kurzes Video von der Aktion. Schaut doch einfach auf meinem Youtube Kanal vorbei!

Weltkindertag 2017 – Kindern eine Stimme geben

Eigentlich wollte ich genau heute eine soziale Aktion durchführen, genau heute, aber irgendwie hatte ich es dann vergessen und plötzlich fiel mir das letzten Freitag im Unterricht ein und ich dachte: Oh, das ist jetzt aber etwas  spät …! Tja, und da blieb mir  nichts anderes, als auf eine Aktion zu verzichten – aber auf den Anlass für diese Aktion aufmerksam machen kann ich Dich, damit Du daran denkst und wenigstens sagen kannst, dass es Dir gesagt wurde.

Ich weiß nicht, warum dieser Tag ausgerechnet an meinem Geburtstag stattfindet, aber dafür kann ich es mir gut merken – und irgendwie muss ich ja sagen: Er passt zu mir. Hast Du schon mal etwas vom Weltkindertag gehört? Er findet jedes Jahr am 20. September statt, an meinem Geburtstag. Jedes Jahr rufen das Deutsche Kinderhilfswerk und das Kinderhilfswerk UNICEF dazu auf, auf Kinderrechte aufmerksam zu machen und darüber aufzuklären, unter welchen Bedingungen die Kinder in den verschiedenen Ländern leben. Unter dem Motto „Kindern eine Stimme geben“ geht es dieses Jahr darum, mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder zu schaffen. Kinder sind die Zukunft  unserer Welt, und deshalb brauchen auch sie Gelegenheiten, ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen, in Schulen und Kindergärten/Kindertagesstätten, in Jugendzentren und Vereinen, in Städten und Gemeinden, aber auch auf Landes- und Bundesebene. Da Kinder nicht an der Bundestagswahl teilnehmen dürfen, appellieren UNICEF und das Deutsche Kinderhilfswerk an die Parteien, die Interessen von Kindern und Jugendlichen in ihre Wahlprogramme aufzunehmen und in der Umsetzung ihrer Politik zu berücksichtigen. Die Hauptveranstaltung des diesjährigen Weltkindertages fand bereits am 17. September in Berlin statt, aber auch in anderen Städten und Gemeinden gibt es zahlreiche Aktionen. So wird zum Beispiel in Freiberg in Sachsen für Kinderrechte gerappt. Manche Aktionen finden auch am Wochenende vor oder nach dem Weltkindertag statt.

Falls Du Dich fragst, wie der Weltkindertag überhaupt entstanden ist, dann will ich Dir diese Frage gerne beantworten. Am 21. September 1954 traf sich die neunte Vollversammlung der Vereinten Nationen und empfahl ihren Mitgliedsstaaten, einen Weltkindertag zu veranstalten. Die Ziele waren, sich für Kinderrechte einzusetzen, die Freundschaft unter den Kindern und Jugendlichen zu fördern und die Regierungen zu verpflichten, einmal im Jahr das Kinderhilfswerk UNICEF zu unterstützen. Damit griffen die Vereinten Nationen einen Vorschlag der amerikanischen Organisation „international union for child welfare“, welche bereits 1952 die Einführung eines Weltkindertages forderte, auf. 1954 war der Weltkindertag geboren und schon damals beteiligten sich rund 40 Länder daran. Inzwischen wird er in mehr als 145 Staaten gefeiert. Die Umsetzung sowie das Datum stellte die Generalversammlung den UN-Mitgliedsstaaten frei – und Deutschland entschied sich für den 20. September. Dabei wird der Tag jedes Jahr unter einem anderen Motto gefeiert. Das diesjährige Motto „Kindern eine Stimme geben“ passt prima zur vier Tage später stattfindenden Bundestagswahl. Neueste Umfragen zeigen, dass sich über die Hälfte der Kinder und Jugendlichen politisch einbringen möchten – und nicht zuletzt deshalb, weil die Kinder die Generation der Zukunft sind, ist es wichtig, dass auch sie gehört werden. Nicht ohne Grund zählt zu den Kinderrechten auch das Recht auf Beteiligung, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe oder Religion.

Wie gesagt, ich bin leider zu spät dran  gewesen, sodass ich keine eigene Aktion mehr starten konnte. Aber hört die Meinungen und Einstellungen der Kinder an, akzeptiert sie und habt Verständnis dafür – und gebt die Botschaft weiter: Die Meinung der Kinder ist wichtig. Lasst uns ihnen deshalb gemeinsam eine Stimme geben!

Mehr Infos rund um den Weltkindertag findet ihr hier:

www.weltkindertag.de

Teilnahme am Odenwald Bike Marathon 2017

Bereits letztes Jahr habe ich am Odenwald Bike Marathon teilgenommen. Damals hatte es unglaublich geregnet und es war eher ein Schlammkampf als ein Fahrradrennen. Dennoch wollten wir dieses Jahr wieder mitmachen – mal schauen, was das Wetter dazu sagte …

Als wir morgens um 09.00 Uhr mit dem Tandem in Leutershausen, wo der Odenwald Bike Marathon starten sollte, ankamen, wartete das Fernsehteam des Rhein-Neckar-Fernsehens bereits auf uns. Es wollte uns während des ganzen Rennens verfolgen und so filmte man uns direkt beim Abholen der Startunterlagen. Leider ist dabei wohl etwas schief gegangen, sodass wir einige Dinge nochmal neu ausfüllen mussten, doch dann hatten wir alles, was wir brauchten, montierten die Startnummer mit vier Kabelbindern am Tandem und machten uns startbereit. Bevor es dann wirklich losging, mussten wir noch eine Szene fürs Fernsehen nachstellen und ein paar grundsätzliche Fragen beantworten. Ansonsten war jedoch nichts mehr zu tun, weswegen wir genug Zeit hatten, alles nochmal auf Vollständigkeit und Funktion zu überprüfen, bis um 10.10 Uhr endlich der Startschuss für die Kurzstreckenfahrer fiel. Es gab eine Kurzstrecke und eine Langstrecke. Die Kurzstrecke umfasste 30 Kilometer und 800 Höhenmeter. Die Langstrecke umfasste 60 Kilometer und 1700 Höhenmeter. Wir fuhren, wie vergangenes Jahr auch, in der Kurzstrecke mit, kamen gut weg und befanden uns von Anfang an mitten im Feld. Zunächst ging es in einer kleinen Runde durch die Weinberge, nochmal an Start und Ziel vorbei und dann ab in den Wald. Dort ging es auf schmalen Waldwegen steil bergauf und auf interessanten Mountaainbike-Trails bergab. Immer wieder überholten wir andere Biker, diese überholten uns wieder, und so war es ein reges übarholen und überholt werden. Während wir letztes Jahr dauerhaft weit abgeschlagen vom Rest waren, fuhren wir diesmal mittendrin. Die Wetterbedingungen waren um Welten besser als vergangenes Jahr. Wie gesagt und im Vorjahresbericht genauer erläutert, war es wirklich mehr Rad aus dem Matsch ausgraben und wetterbedingte Reparaturarbeiten durchführen als Radrenen fahren. Da es dieses Jahr allerdings ein Glück nicht regnete, konnte sowohl der Leiter der Tandem-AG unserer Schule, der vorne auf dem Tandem saß und für zwei Personen sehen musste, als auch ich alles geben – was wir auch taten. Auf unserer Fahrt hatten wir eine Fernsehkamera des Rhein-Neckar-Fernsehens dabei, mit der wir eifrig filmten. An einer Stelle kam das Fernsehteam sogar zur Strecke und filmte uns im Vorbeifahren. Wir machten keine Pausen. Energieriegel wurden in mundgerechte Stücke gebrochen und die Getränke waren so platziert, dass wir w`hrend des Fahrens Energie tanken konnten. So machten wir keinerlei Pausen. Der letzte Anstieg war der schlimmste. Er zog sich sooooooooo ewig in die Länge. Wir schauten auf eine mitlaufende Fahrrad-App und sahen, wie die Höhenmeterzahl laaaaangsaaaaam immer höher stieg. Irgendwann waren wir bei besagten 800 Metern, doch die Steigung wollte einfach nicht enden. Wir kämpften und setzten alle zur Verfügung stehende Energie frei, aber deshalb wurde die Zeit natürlich nicht schneller und der Berg nicht flacher. Bei 829 Höhenmetern wurde es endlich flacher. Auf dem letzten Stück durch den Ort holten wir auch noch die allerletzten Kräfte aus uns heraus – dann waren wir im Ziel. Unsere Zeit war für uns wirklich überraschend. Der Fernsehmoderator hatte uns vor dem Start noch nach unserem Ziel gefragt und wir meinten, dass maximal drei Stunden und 15 Minuten drin seien, und jetzt waren wir angekommen und hatten eine Zeit von zwei Stunden und 17 Minuten (naja, unser Tacho am Tandem sagt zwei Stunden und 13 Minuten, aber in der offiziellen Wertung steht zwei Stunden und 17 Minuten – deshalb wird in den beiden Fernsehsendungen, in denen wir gezeigt wurden, auch einmal von zwei Stunden und 13 Minuten und einmal von zwei Stunden und 17 Minuten gesprochen). Es war ein komisches Gefühl, wie wir vom Rad stiegen. Irgendwie war alles so schnell vorbeigegangen, auch wenn der letzte Anstieg sich in die Länge zog. Sofort waren das Rhein-Neckar-Fernsehen und noch ein weiterer Sender vor Ort, um uns zu interviewen. Auch waren wir überrascht, wie viel Zuspruch wir sowohl während als auch nach dem Rennen bekamen. Später, als dann alle Kurzstreckenfahrer im Ziel waren, erfuhren wir, dass wir (wir wurdenin der Herrenwertung mitgewertet) tatsächlich ziemlich im Mittelfeld mitgefahren sind. So waren noch zwölf Fahrer hinter uns. Es war ein toller Tag und wir waren sehr zufrieden – und wir haben versprochen: Nächstes Jahr machen wir wieder mit!

Leider wurden beide Fernsehbeiträge bereits gesendet. Da sie parallel kamen, konnte ich selbst auch nur einen Bericht live im Fernsehen hören. Gerne hätte ich schon bescheid gesagt, bevor das Rennen gezeigt wird, aber da war der Artikel leider noch nicht fertig und auf die Idee, es wenigstens per Twitter zu posten, kam ich leider auch nicht. Doch Gott sei Dank gibt es Youtube und Mediatheken und so können beide Fernsehberichte leicht gefunden werden 🙂

Fernsehbericht von RNF

Das war mein Konzert auf der Hagsfelder Kerwe 2017

Mit etwas Verspätung möchte ich euch heute erzählen, wie das erste Konzert meines Lebens war.

 

Zur Erinnerung: Das Konzert fand am vergangenen Sonntag (10.09.2017) um 17.00 Uhr auf der Kerwe in meinem Heimatort Hagsfeld statt. Naja, ganz 17.00 Uhr war es nicht, eher 17.30 Uhr. Der Aufbau der Technik, des E-Pianos, des Mikrofons usw. nahm doch mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Auch die Suche eines Klavierhockers war nicht gerade einfach. Ein Glück warteten die Leute, die teilweise extra wegen mir auf die Kerwe gekommen waren, ganz geduldig, bis es losging,

während ich mit ein paar wenigen anderen auf der Bühne hantierte.

 

Endlich war es soweit, alles war angeschlossen und funktionierte und es ging los. Für alle Musiker: Auch wenn es mega schwer klingt und schon gar nicht leicht umzusetzen ist, versuche, möglichst ruhig zu sein. Aufregung sorgt meistens nur für Fehler, außerdem spielt man seine Lieder deutlich schneller, und ein aufmerksames Publikum spürt genau an Deinem Auftreten und daran, wie Du Deine Musik rüberbringst, dass Du nervös bist. Das erste Lied ging schon mal. Aber irgendwie wollte mein Programm einfach nicht so klappen, wie es bei der Generalprobe geklappt hatte. Meine Stimme wollte auf einmal nicht mehr tief singen. Leider befinden sich in meinen Liedern relativ viele tiefe Töne, verständlich also, dass es gesangstechnisch problematisch wurde. Auch vergaß ich einmal den Text. Aber ganz ehrlich: Da regt man sich vielleicht im ersten Moment drüber auf, aber später nicht mehr. Das sind typische Fehler, die sicher jedem Musiker schon mal passiert sind. Wichtig ist: Einfach weitermachen. Und so hatte auch ich meine Taktik, um diesen Auftritt zu meistern – nämlich meine Improvisationsfähigkeit. So baute ich einfach als spontanen Liedtext „jetzt habe ich den Text vergessen, ich fange nochmal an“ in mein Lied ein. Das brachte das Publikum zu einem Lächeln. Außerdem komponierte ich ganz spontan Melodien, die nicht so tief gesungen wurden – natürlich nur für diesen Auftritt, aber trotzdem. Und nicht zuletzt gab ich beim letzten Lied mit einer spontanen Improvisation, die sowohl spontan kreierte Melodien am Klavier als parallel dazu entstehenden Gesang beinhaltete, nochmal richtig Gas. Am Schluss gab es noch eine Überraschung: Ganz unerwartet kündigte der Pfarrer der Evangelischen Gemeinde eine Spendenaktion zugunsten der Bahnhofsmission an. Da war ich wirklich positiv überrascht und gleichzeitig sehr verwundert! Dennoch sagte ich, während Spenden eingesammelt wurden, etwas zur Bahnhofsmission und erklärte, warum es wichtig ist, die Menschen dort zu unterstützen.

 

Das war mein erstes Konzert – anstrengend, aufregend und so ziemlich mit allen typischen Musikerfehlern. Ein buntes Programm und ein kleines und sehr vertrautes Publikum machten das Ganze komplett.

Eigentlich wollte ich Audios oder Videos auf der Seite veröffentlichen. Allerdings ist nichts wirklich brauchbares entstanden, weswegen ich Live-Aufnahmen auf ein anderes Mal vertage.

 

Blicken wir abschließend noch kurz in die Zukunft. Am Mittwoch hatte ich einen spontanen Auftritt auf der Einschulungsfeier unserer Schule, aber öffentliche Veranstaltungen stehen zunächst nicht an. Jetzt hat ja auch der Schulalltag wieder eingesetzt und da ich in diesem Schuljahr meinen Realschulabschluss machen werde, werde ich sehr viel Zeit in die Prüfungsvorbereitungen investieren. Dennoch werde ich Musik und soziale Projekte natürlich nicht komplett aus dem Fenster werfen und mich hin und wieder auch auf der Seite melden. Du weißt ja: Hier verpasst Du nichts!

Besuch bei der Bahnhofsmission

Endlich war es soweit: Ich besuchte die Bahnhofsmission vor Ort. Ich wollte erfahren, wo die im Juli gesammelten Spenden konkret eingesetzt wurden und wie die Tätigkeit am Bahnhof praktisch aussieht. Deshalb hatte ich angefragt, ob ich mir das Ganze nicht einmal vor Ort anschauen könnte. Die Antwort war äußerst positiv, und so traf ich mich am Mittwoch, dem 6. September 2017, mit dem Vorsitzenden des Fördervereins der Bahnhofsmission an der Straßenbahnhaltestelle und ging mit ihm in die Räumlichkeiten der Bahnhofsmission, die sich in Karlsruhe hinter einer Tür am vordersten Bahnsteig (Gleis 101) befinden. Dort gab es viel spannendes zu entdecken: Da gab es zum einen den Aufenthaltsraum für Menschen, die einsam oder obdachlos sind oder einfach eine Pause brauchen. In der Küche wurde gerade Apfelkompott zubereitet. Als ich fragte, ob es einen Grund hätte, dass ausgerechnet Apfelkompott gekocht wird, wurde die Frage bejaht: „Das ist zum einen sehr gesund und zum anderen können das auch Menschen, die keine Zähne mehr haben, problemlos essen.“ Im Büro konnte ich mit der Chefin der Bahnhofsmission sprechen, der einzigen hauptamtlichen Mitarbeiterin. Ihre Aufgabe ist fast ausschließlich Papierarbeit. Die Bahnhofsmission steht in Kontakt mit der Deutschen Bahn, mit anderen Bahnhofsmissionen, mit der katholischen Kirche, mit der Stadt Karlsruhe, mit sämtlichen Behörden und einigem mehr. Ich war überrascht, wie viel Verwaltung da zu erledigen war. Klar muss man mal mit der Deutschen Bahn oder anderen Bahnhofsmissionen schreiben, und letztens wurden die Räumlichkeiten modernisiert, das lief sicher auch nicht ganz schriftfrei, aber das Ausmaß, was diesbezüglich zu tun war, war schon enorm. Als nächstes lernte ich eine Mitarbeiterin vom diakonischen Werk kennen, die jeden Mittwoch in der Bahnhofsmission arbeitet. Seit 2014 kommen nämlich verstärkt Menschen aus Osteuropa, insbesondere aus Rumänien, nach Deutschland. Da Rumänien ein EU-Land ist, können die Menschen frei nach Deutschland einreisen und hier arbeiten und da die Arbeitslosigkeit in Rumänien sehr hoch ist, erhoffen sie sich in Deutschland bessere Chancen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können. Der Karlsruher Busbahnhof ist ein wichtiger Anlaufpunkt dieser Reise, weswegen viele hier ankommen – und da ist es natürlich geschickt, die diesbezügliche Arbeit zeitweise auf die Räumlichkeiten der Bahnhofsmission zu verlegen. Ansonsten sind in der Regel immer zwei Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen am Bahnhof. Damit jeder der inzwischen 33 Ehrenamtlichen weiß, wann er oder sie Dienst hat, wird für jeden Monat ein Dienstplan festgelegt. Jeder Tag wird in zwei jeweils 5,25-stündige Schichten plus eine halbe Stunde Übergangsphase zwischen den beiden Schichten, in der die diensthabenden Personen wechseln, eingeteilt. Wichtigste Regel bei der Arbeit: Eine Person ist an den Bahnsteigen und in der Bahnhofshalle unterwegs und die andere Person ist in den Räumlichkeiten. Nach einer Weile wird gewechselt. So konnte die eine Mitarbeiterin weiter dem Apfelkompott nachgehen, während ich mit der anderen ins Bahnhofstreiben ging. Wichtigste Regel dort: Langsam laufen und nach rechts und links schauen. „Wenn man schon länger bei der Bahnhofsmission tätig ist, kann man den Leuten von der Stirn ablesen, ob sie Hilfe brauchen oder nicht“, erklärte die Mitarbeiterin. Die Aufgaben am Bahnhof sind sehr verschieden: Manchmal kommen Leute im Rollstuhl, die Schwierigkeiten haben, die Treppen zu den Gleisen hinauf- und hinunterzukommen. Dann muss mitunter bei der Fahrt mit dem Aufzug geholfen werden. Auch kann die Bahnhofsmission in Absprache mit der Deutschen Bahn eine Rampe nutzen, über die Reisende im Rollstuhl in den Zug ein- oder aus dem Zug aussteigen können. Manchmal kommen auch Flüchtlinge oder Menschen, die sich hier nicht auskennen, kein deutsch sprechen oder aufgrund verschiedenster Gründe die Fahrpläne nicht lesen können und deshalb Hilfe benötigen. Häufig kommen blinde Menschen, vor allem Pendler, die in Karlsruhe umsteigen müssen. Und heute musste ein Kind am Gleis abgeholt werden. Auch um die Kinder am Bahnhof wird sich hier gekümmert – wobei es für diese nochmal spezielle Angebote gibt. So bieten die Bahnhofsmission und die Deutsche Bahn gemeinsam begleitete Reisen an. Diese sind vor allem für Kinder sinnvoll, deren Eltern getrennt leben und die deshalb von einem Ort zum anderen pendeln müssen. Manchmal müssen die sieben Begleiterinnen und Begleiter dafür ihren ganzen Tag opfern, denn wenn sie beispielsweise nach Konstanz fahren müssen, braucht das durchaus seine Zeit, vor allem, weil sie ja auch wieder zurück müssen. Ein Glück ist die Fahrt für sie kostenlos – so lange es sich um Regionalzüge handelt. „Eigentlich ist es so, dass begleitete Reisen in dieser Form nur in den Regionalzügen möglich ist“, lernte ich, „bei Fahrten mit dem IC oder ICE gibt es das Angebot „kids on tour“ der Deutschen Bahn. Da bekommen die Kinder dann ein gemeinsames, eigenes Abteil.“ Wie wir so am Bahnsteig standen und auf den Zug warteten, mit dem das Kind ankommen sollte, teilte uns die Ansage mit, dass dieser Verspätung hatte. „Manchmal sind die Termine so knapp getaktet, dass man es dann gar nicht schaffen kann“, erfahre ich. Deshalb hat jede und jeder, der am Bahnhof mitarbeitet, ein Diensthandy, denn es ist wichtig, sich gegenseitig erreichen zu können und sich gegebenenfalls abzusprechen, damit man alles schafft. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nehmen auch Telefonate an, zum Beispiel, wenn Umstiegshilfen beantragt werden. Auch bei solch einem Telefonat konnte ich zuhören. Wichtig für alle, die eine Umstiegshilfe beantragen wollen: „Am besten ist es immer, wenn die entsprechende Person Erkennungsmerkmale durchgibt und sagt, wo sie sich im Zug befindet, damit man sich auch findet.“ Manchmal treffen solche Fälle ganz spontan ein, sodass es wichtig ist, sich untereinander erreichen zu können. „Man weiß nie, was an einem Tag passiert“, lernte ich. Zwar gibt es wohl Zeiten, in denen am Bahnhof besonders viel los ist, wie zum Beispiel freitagnachmittags, aber ob dann auch für die Bahnhofsmission mehr los ist, kann man nicht immer vorhersehen. Dennoch sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann häufig zu dritt unterwegs – denn sie erhalten tatkräftige Unterstützung von einer jungen Dame im freiwilligen sozialen Jahr. So begleitete uns die FSJlerin ebenfalls ins Bahnhofstreiben. Da sie erst seit einer Woche mitarbeitete, durfte sie noch nicht alleine Dienst machen. „Bevor der Vorschlag kam, dass ich mein FSJ doch bei der Bahnhofsmission machen könnte, wusste ich gar nicht genau, was das ist“, erzählte sie, „ich habe zwar manchmal die Schilder am Bahnhof gesehen, aber mehr auch nicht.“ Nachdem das Kind abgeholt und bei einer bereits wartenden Bekannten abgeliefert worden war, ging es zurück in die Räumlichkeiten. Auch auf diesem Weg galt: Aufpassen, schön langsam laufen und nach rechts und links schauen. Damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfesuchenden erkannt und angesprochen werden können, tragen sie eine blau-graue Weste, auf der groß das Wort „Bahnhofsmission“ geschrieben steht. „Entweder, die Menschen sprechen uns direkt an oder wir fragen, ob sie Hilfe brauchen“, erklärte die Mitarbeiterin, „manchmal sagen sie nein, dann lassen wir sie auch in Ruhe, aber die meisten sind sehr dankbar dafür.“ Es war so spannend und aufregend, dass ich gar nicht bemerkte, wie die Zeit davonrannte. Nach unserer kleinen Tour durch den Bahnhof bedankte und verabschiedete ich mich auch schon wieder. Es war spannend, die Arbeit der Bahnhofsmission einmal live miterleben zu können. Ein Job für blinde Menschen ist das nicht, denn oft erkennt man hilfebedürftige Menschen am Aussehen. Dennoch ist es ein tolles Gefühl, zu wissen, wo seine gesammelten Spenden landen.

Auftritt auf der Hagsfelder Kerwe

Lange war es nicht klar, doch dafür ist es jetzt umso klarer: Mein nächster Auftritt steht an! Vor heimischem Publikum spiele ich auf der Kerwe in Hagsfeld. Nachdem ich vor zwei Jahren schon einmal bei einem dort stattfindenden Open Stage teilgenommen hatte, bin ich diesbezüglich bereits erprobt. Dieses Jahr wird es sich allerdings nicht um einen Auftritt beim Open Stage handeln, sondern um mein erstes eigenes Konzert!

Was euch erwartet:
Ein buntes Programm an Liedern mit deutschen und englischen Texten sowie Instrumentalstücken, allesamt selbstkomponiert. Ein besonderes Highlight ist die Vorstellung meines ganz neuen Liedes „music at the river“. Außerdem gibt es weitere Premieren – und natürlich wird auch „save me“ mit dabei sein, das Lied, das Dank euch, meinen Besucherinnen und Besuchern dieser Webseite, gerade enorme Bekanntheit erlangt und sich über die Staatsgrenzen hinaus verbreitet.

Die wichtigsten Infos im Überblick:
Was: Mein erstes Konzert
Wann: kommenden Sonntag, 10. September 2017, um 17.00 Uhr
Wo: Auf der Kerwe in Hagsfeld (Festplatz)
Wie hinkommen: Routenplaner mit google maps

So sehe ich dieser Veranstaltung mit Freude entgegen und bin gespannt, wie es laufen wird. Jeder ist herzlich willkommen! Da das Konzert auf der Kerwe stattfindet, ist es vollkommen kostenlos!

Mein erstes Lied ist online!

Nach langem Hin- und Herüberlegen habe ich mich dazu entschieden, mit meinem persönlichen Lieblingslied anzufangen (wobei ich natürlich alle meine Lieder schön finde). „Save me“ ist ein Standardlied in meinem Programm, das bei Auftritten nicht fehlen darf und sich durch den sehr einfachen Text im Refrain auszeichnet, weswegen man diesen leicht mitsingen kann. Ich freue mich, den nächsten Schritt in meinem Musikerleben zu machen und „save me“ als erstes Stück auf dieser Seite und damit im Internet zu veröffentlichen!
Wenn Du „save me“ herunterladen möchtest, schaue einfach bei den downloads vorbei.

Über meine Musik

Ich hatte schon immer einen besonderen Bezug zur Musik. Als ich fünf Jahre alt war, begann ich mit dem Klavierunterricht. Gesungen habe ich schon immer gern, sei es im Kindergarten oder im Musikunterricht, im Chor oder unter der Dusche. Seit Juli 2017 spiele ich zudem Ukulele, allerdings kann ich nur Grundlagen, da ich die Ukulele ausschließlich zur Liedbegleitung nutze. Auch habe ich mir im Laufe der Zeit Grundrhythmen am Schlagzeug erarbeitet, sodass ich auch schon als Ersatzschlagzeugerin agiert habe.
Wann ich mit dem Songwriting angefangen habe, weiß ich gar nicht mehr genau. Das erste selbstkomponierte Lied, an das ich mich erinnern kann, geht um meine Kugelbahn und dürfte im Alter von drei oder vier Jahren entstanden sein. Die erste Aufnahme eines selbstkomponierten Liedes stammt von 2008, als ich sechs Jahre alt war. Dieses Lied handelt von meinen beiden Katzen. Es folgten weitere Lieder und auch Instrumentalstücke. Letztes Jahr habe ich mir die Mühe gemacht und alle Lieder, an die ich mich erinnern konnte und die auch größtenteils noch als Originalaufzeichnungen auf Kassette existieren, neu zu vertonen. Faszinierend und süß zugleich, was da alles zu finden war!
Lange Zeit war ich unsicher, mit selbstgeschriebenen Werken auf die Bühne zu gehen. Zwar hatte ich als siebenjährige einmal einen Spontanauftritt mit einem selbstkomponierten Lied, aber keiner wusste, dass es ein selbst komponiertes Lied war. Ich dachte, dass mir das ohnehin keiner glauben würde. Erst 2014 wagte ich mich mit einem als Eigenkomposition bekannten Lied an den Start: „Dieser Tag, jeder Tag“. Seit 2016 schreibe ich auch englische Texte für meine Lieder, und nur zwei Wochen, nachdem ich mit dem Ukulelespielen begonnen hatte, schrieb ich mein erstes Lied speziell für die Ukulele als Begleitinstrument.
Die allermeisten meiner Lieder entstehen spontan, zum Komponieren und Songwriting brauche ich manchmal nur wenige Minuten („dieser Tag, jeder Tag“ ist beispielsweise innerhalb von maximal fünf Minuten entstanden). Zudem schreibe ich meine Texte häufig aus der Situation heraus. Deshalb sind sie, obwohl man sich in der Regel wenig Gedanken über die Bedeutung der Texte macht, eigentlich sehr persönlich. Einmal war ich in einer ziemlich schwierigen Phase und bin einfach losgegangen, weil ich keinen Ausweg mehr wusste. Aus dieser Situation ist „thanks friends“ entstanden. Die Songtexte drücken Gedanken und Gefühle, Einstellungen und Meinungen aus und erzählen Dinge, die ich nie in Worten sagen könnte. Andere Lieder wiederum haben eine Botschaft für die Zuhörer. Ich versuche, meine Musik als Kommunikationsmittel zu nutzen, um viele Menschen zu erreichen, dadurch auf Dinge aufmerksam zu machen und zum Nachdenken anzuregen.
Ich möchte diesen besonderen Bezug zur Musik gerne mit euch teilen und stelle deshalb ab und zu ein neues, ausgewähltes Lied zum kostenlosen Download bereit. Da ich auf Einfachheit und Natürlichkeit stehe, wurden die Lieder lediglich mit dem Mikrofon meines Diktiergeräts aufgenommen und in keinster Weise bearbeitet oder verändert. Ihr hört mich also so, als würde ich live spielen, vollkommen natürlich und handgemacht.
Damit wünsche ich euch viel Spaß mit meinen Liedern!
Hinweis: Alle Werke werden mit einer Creative Commons Lizenz (Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung CC BY-NC-ND) lizenziert. Damit schütze ich meine Lieder und stelle klar, in wie weit sie von anderen verbreitet und verwendet werden dürfen. Nimm Dir also bitte kurz Zeit, klicke auf den Link und lies, was das für dich bedeutet. Vielen Dank!

Wie blinde Musiker mit Schwarzschriftnoten umgehen

Immer wieder komme ich mit sehenden Musikern ins Gespräch. Nicht selten kommt irgendwann die Frage: „Kennst du …?“ Manche der gefragten Liedtitel kenne ich, andere allerdings nicht. Insofern ich die Lieder nicht kenne, kommt oft folgendes: „Okay, dann gebe ich dir mal die Noten …“

Nun dürfte aber das Problem schon erkennbar sein: Schwarzschriftnoten und eine blinde Musikerin passen eindeutig nicht zusammen. Was also tun?

Also, da gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich könnte die Schwarzschriftnoten mit einem speziellen Programm in Blindennoten umwandeln. Das ist eine spezielle Form der Punktschrift, die sogenannte Blindennotenschrift. Es gibt spezielle Kurse, in denen blinde Menschen dieses System erlernen können. Zudem gibt es Lehrbücher in Blindenschrift, in denen man langsam und mit vielen praxisnahen Übungen an die Zeichen (eine Kombination aus Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen und speziellen Musiksymbolen) herangeführt wird. Im Grunde genommen ist die Idee, eine spezielle Notenschrift für blinde zu entwickeln, nicht allzu schlecht. Doch das Arbeiten damit ist ziemlich aufwendig. Während ein sehender die Noten vor sich liegen hat und diese parallel zum Spielen des Instruments lesen kann, muss ein blinder zunächst die Noten lesen, analysieren, was das praktisch bedeutet, die Noten auswendig lernen – und erst dann kann er sie nachspielen. Bei klassischen, langen oder sehr komplizierten Stücken ist das eine sehr gute Methode, da diese Stücke nicht so einfach nach Gehör erlernt werden können. Doch nicht zuletzt ist diese umständliche Herangehensweise an ein Stück bei der Verwendung der Blindennotenschrift ein Grund dafür, dass sehr viele blinde Musikstücke nach Gehör erlernen.

Sicherlich nicht ohne Grund haben sehr viele blinde Musikerinnen und Musiker (mich eingeschlossen) ein absolutes Gehör, können also jeden Ton exakt erkennen, die Tonhöhe genau bestimmen und die einzelnen Töne selbst dann noch heraushören, wenn mehrere Töne gleichzeitig gespielt werden. So fällt es Absoluthörern in der Regel sehr leicht, Lieder nachzuspielen. Ich kann zum Beispiel viele Lieder spielen, die ich nie gelernt, sondern einfach immer wieder im Radio gehört habe und mir, obwohl ich während dem Musikhören noch etwas anderes gemacht habe, unterbewusst eingeprägt habe. Wenn ich mich gut konzentriere, kann ich meine Ukulele auch ohne mein Keyboard oder E-Piano stimmen, weil ich die genaue Tonhöhe im Ohr habe. Absoluthörer können auch sehr leicht ein Lied in einer anderen Tonart, also höher oder tiefer, spielen, ohne lange über die Tonfolgen der Melodie und die dazugehörige Begleitung nachdenken zu müssen.

Aber zurück zu unserem Ursprungsthema. Ich habe also mein Notenblatt in Schwarzschrift vor mir liegen. Ich könnte das jetzt mit dem Spezialprogramm einscannen oder es von der Blindenbibliothek in Leipzig in Blindennotenschrift übersetzen lassen, aber eigentlich habe ich überhaupt keine Lust auf diese zähe Lernprozedur. Ich würde doch viel lieber das Stück nach Gehör lernen. Doch lassen sich Schwarzschriftnoten und Gehör vereinbaren?

Ja, ich könnte meinen Klavierlehrer fragen, ob er mir das Lied einmal vorspielen könnte. Ich könnte das Notenblatt und mein Diktiergerät zum Klavierunterricht mitnehmen und das Lied aufnehmen, wenn mein Klavierlehrer es spielt. Aber eigentlich will ich ja eigenständig sein. Jetzt würden viele sehende sagen: Man kann nun mal nicht alles alleine machen. Manchmal braucht man als blinde Person einfach sehende Unterstützung – aber es muss doch eine Möglichkeit geben, unabhängig von sehender Hilfe ein Lied zu lernen!

Keine Sorge, es gibt noch eine weitere Möglichkeit, den „NoteReader“. Das ist eine App, die, zumindest auf dem iPhone, auch als blinde Person problemlos zu bedienen ist und nach dem Prinzip der Texterkennung funktioniert. Bei Texterkennungs-Apps wie dem KNFB-Reader wird der Text mit der iPhone-Kamera abfotografiert und nach kurzer Wartezeit von der Sprachausgabe des Handys vorgelesen. Die blinde Person kann den in der App erkannten Text sogar per Mail versenden, um ihn zum Beispiel am Computer öffnen zu können. Jetzt könnte man denken: Text abfotografieren als blinde? Aber wenn man das einmal gelernt hat, ist das kein Problem. Der NoteReader arbeitet ganz genauso. Man fotografiert das Notenblatt ab,  wartet kurz – und schon kann man sich das Lied anhören und sogar als Audio-File abspeichern. Leider haben die Notenerkennungs-Apps (es gibt noch einige andere Programme, jedoch finde ich den NoteReader am besten) manchmal Schwierigkeiten bei der Erkennung der Noten, insbesondere bei mehrstimmigen Stücken, oder sie kommen mit dem Rhythmus durcheinander. Dann macht das Gehörte nicht unbedingt Sinn. Aber Musiker, die nach Gehör lernen, merken die Fehler in der Regel recht schnell und erkennen das Problem.

Und wenn dann doch einmal gar nichts mehr hilft, dann erfragt man eben doch den Liedtitel und hört sich das Lied auf YouTube an – eine Lösung findet man immer.